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Die Krankenschwester und Sozialarbeiterin Beate Berger, geboren 1886 in Niederbreisig, war zuerst als Verkäuferin tätig, bevor sie mit Mitte 20 den Beruf als Krankenschwester wählte. Sie absolvierte 1912 ihre Ausbildung in Frankfurt und war Mitglied beim Frankfurter Jüdischen Schwesternverein. Im Ersten Weltkrieg versorgte sie Kriegsverletzte als Operationsschwester für das Deutsche Rote Kreuz.

In den 1920er Jahren übernahm Beate die Leitung des jüdischen Waisenheims in der Auguststraße 14–16 und wurde von ihrer Schwester Else dabei unterstützt. Ihr jüngster Bruder Alfred war bereits seit 1918 in Berlin und leitete in der Auguststraße 17 das Arbeiterfürsorgeamt der Jüdischen Organisationen Deutschland. Dort bot er rechtliche Beratung für jüdische Migrant:innen an – etwa zu Passfragen, Aufenthaltsrecht, Steuer- und Wohnungsangelegenheiten. Ihr ältester Bruder Julius war der Leiter des Kölner Stadttheaters und später Generalsekretär der Zionistischen Weltorganisation.

Beate benannte das Heim 1924 in „Beit Ahawah“ (Hebräisch: Haus der Liebe) um. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten organisierte sie mit ihren drei Geschwistern die Ausreise der Heimkinder. Sie gründeten in Kirjat Bialik bei Haifa ein neues Heim unter dem Namen „Ahawah“. Und konnten über 100 der Heimkinder vor der Shoa retten. Die „Ahawah“ existiert bis heute in Israel als „Zuhause und Erziehungseinrichtung für Waisen und Kinder aus zerrütteten Familien.“

Quellen/Literatur:

  1. 10 Jahre „Ahawah“. 10 Jahre Arbeit für die jüdische Jugend. Ein Rechenschaftsbericht für die Freunde der „Ahawah“ 1922/1932, Berlin 1932, URL: https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/judaicaffm/content/titleinfo/5351447.
  2. Ayelet Bargur: Ahawah heißt Liebe. Die Geschichte des jüdischen Kinderheims in der Berliner Auguststraße, München 2006, p. 32.
  3. Beate Berger, Jüdische Pflegegeschichte, URL: https://www.juedische-pflegegeschichte.de/personen/beate-berta-beth-berger/.
  4. Das Kinderheim Beit Ahawah, 24.4.2018, bpb.de, URL: https://www.bpb.de/themen/nationalsozialismus-zweiter-weltkrieg/schicksalsjahr-1938/258887/das-kinderheim-beit-ahawah/.
  5. Jüdisches Jahrbuch für Gross-Berlin 1926, Scherbel & Co. Verlag, Berlin-Grunewald 1926, p. 219, URL: https://archive.org/embed/JdischesJahrbuchGrossBerlin.
  6. Sieglind Ellger-Rüttgardt: Erinnerungen ehemaliger Erzieher und Erzieherinnen an das Berliner Kinderheim „Ahawa“, in: dies.: Verloren und Un-Vergessen. Jüdische Heilpädagogik in Deutschland, Deutscher Studienverlag, Weinheim 1996, pp. 279–310.

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