Chemjo Vinaver (born July 10, 1900 in Warsaw, Congress Poland) came from a prominent Warsaw Hasidic family. He studied music in Warsaw and Berlin and initially became choirmaster of the Berlin Friedenstempel in Halensee and later a choirmaster of the Jewish Community of Berlin.
Zu Beginn der NS-Zeit gründete er den a-cappella-Männerchor Hanigun, der sich vor allem aus jüdischen Sängern zusammensetzte, die aus den deutschen Opernhäusern ausgeschlossen worden waren. Vinaver brachte viel von der chassidischen Musiktradition seiner Familie in seine Arbeit als Chorleiter ein. Er interessierte sich auch für die Musiktraditionen der weltweit verstreuten jüdischen Gemeinden und brachte mit seinem Chor nicht nur Klassiker der deutschen Synagogenmusik zur Aufführung, sondern auch Lieder des jemenitischen Judentums und der verschiedenen sephardischen Musiktraditionen. Dazu schrieb er zahlreiche Aufsätze und Bücher über die Geschichte der jüdischen Musik und ihre vielfältigen Traditionen.
Vinaver war auch der zweite Ehemann der berühmten Berliner Dichterin Mascha Kaléko. 1938 gingen sie mit ihrem Sohn Steven ins Exil in die USA. Vinaver arbeitete weiterhin als Komponist in New York und später in Israel, wo er 1973 starb.
Quellen/Literatur:
- Sophie Fetthauer: Chemjo Vinaver, in: Claudia Maurer Zenck/Peter Petersen (Hrsg.): Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit, Universität Hamburg, Hamburg 2010, URL: https://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00003706.
- Vinaver, Chemjo, in: Encyclopaedia Judaica, URL: https://www.encyclopedia.com/religion/encyclopedias-almanacs-transcripts-and-maps/vinaver-chemjo.
