Die Sozialwissenschaftlerin Cora Berliner (geb. 1. September 1923 in Hannover) war die erste weibliche Regierungsrätin in der deutschen Geschichte. Ihr Studium der Mathematik sowie der Staats- und Rechtswissenschaften in Berlin und Heidelberg schloss sie 1916 mit einer Promotion ab.
Anschließend arbeitete sie jahrelang in der Schöneberger Stadtverwaltung und wurde sogar in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. In London war sie als Wirtschaftsberaterin der deutschen Botschaft tätig, kehrte später nach Berlin zurück und wurde Professorin für Wirtschaftswissenschaften.
Nach der Machtübernahme der Nazis wurde sie als Jüdin aus dem Staatsdienst entlassen. Sie arbeitete fortan zusammen mit der Sozialarbeiterin Hannah Karminski im Jüdischen Frauenbund und im Fürsorgewesen der Reichsvertretung der Juden in Deutschland. In diesem Kontext unterstützte sie insbesondere Mädchen und Frauen bei der Auswanderung.
Am 26. Juni 1942 wurde sie zusammen mit anderen Mitarbeiter:innen der Reichsvereinigung nach Minsk deportiert. Kurz danach wurde sie höchstwahrscheinlich im Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet.
Quellen/Literatur:
- BArch, R 4901/16529, Akten betreffend Frau Professor Dr. Cora Berliner.
- Sibylle Quack: Cora Berliner, Gertrud Kolmar, Hannah Arendt. Straßen am „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ ehren ihr Andenken (Jüdische Miniaturen, Band 33), Hentrich & Hentrich, Berlin 2005.
