Hannah Karminski wurde am 24. April 1897 in Berlin geboren und wuchs in der Oranienburger Straße in der Nähe der Neuen Synagoge auf. Nach ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin und Sozialarbeiterin in Berlin und Hamburg arbeitete sie zunächst in einem Mädchenclub in Frankfurt am Main. Sie lernte dort die Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim kennen, durch die sie zum Jüdischen Frauenbund und nach Berlin kam.
Hier engagierte sie sich für die „Blätter des Jüdischen Frauenbundes für Frauenarbeit und Frauenbewegung” und übernahm 1933 die Leitung des Jüdischen Frauenbundes. Mit dem Verbot jüdischer Organisationen 1938 wurde sie in der Reichsvertretung der deutschen Juden tätig und unterstützte mit Cora Berliner Jüdinnen und Juden bei der Ausreise. Zusammen mit ihrer Lebensgefährtin Paula Fürst organisierte zudem die Rettung von jüdischen Kindern nach England.
Im November 1942 wurde sie von der Gestapo festgenommen, nach Ausschwitz deportiert und dort ermordet.
Heute erinnert ein Stolperstein vor ihrem Wohnhaus in Berlin Mitte an sie.
Quellen/Literatur:
- Manfred Berger: Hannah Karminski. Der jüdischen Tradition verpflichtet. In: Berlin Aktuell. 2000/Nr. 66, S. 18–19.
- Marion A. Kaplan: Die jüdische Frauenbewegung in Deutschland. Organisation und Ziele des Jüdischen Frauenbundes 1904–1938. Hamburg 1981, S. 148–150.
- Gudrun Maierhof: ‚Ich bleibe, um meine Pflicht zu tun‘. Hannah Karminski (1897–1942). In: Sabine Hering (Hrsg.): Jüdische Wohlfahrt im Spiegel von Biographien. Frankfurt/Main 2006, S. 220–228Natalie Naimark-Goldberg: Biographien jüdischer Frauen: Hannah Karminski (1897–1943) – Jewish Feminist Leader and Social Worker. In: Medaon. Bd. 18 (2024), Heft 35, URL: https://www.medaon.de/pdf/medaon_35_naimark-goldberg.pdf
