Die Dichterin Mascha Kaléko war in der Weimarer Republik ein neuer Stern am literarischen Himmel Berlins, bis das Nazi-Regime ihrer jungen Karriere ein Ende setzte. Geboren am 7. Juni 1907 in Galizien, kam sie mit ihren Eltern als Kriegsflüchtling nach Deutschland und lebte ab 1918 im Berliner Scheunenviertel. Mascha arbeitete zunächst als Sekretärin im Arbeiterfürsorgeamt der Jüdischen Gemeinde in der Auguststraße 17, wo sie ihren ersten Ehemann Saul Kaléko kennenlernte.
Ihr erstes Werk Das lyrische Stenogrammheft (1933) wurde ein großer Erfolg. Das junge Ehepaar zog nach Charlottenburg. Mascha galt schnell als eines der neuen Talente der Berliner Literaturszene, die sich im Romanischen Café in Charlottenburg traf.
Doch die Nazis machten dem bald ein Ende. Die Ehe zerbrach. Saul zog ins britische Mandatsgebiet Palästina, Mascha heiratete den Komponisten und Musikwissenschaftler Chemjo Vinaver, behielt aber den Nachnamen Kaléko als Künstlerinnamen. 1938 konnte Mascha mit Vinaver und ihrem kleinen Sohn in die USA emigrieren und bezog eine Wohnung in der Minetta Street in Manhattan. Später zog sie mit Vinaver nach Jerusalem.
Nach dem Krieg fand sie in Deutschland wieder ein Lesepublikum. 1974 besuchte sie Berlin ein letztes Mal und hielt im September einen Vortrag in der Amerikanischen Gedenkbibliothek in Kreuzberg. Am 21. Januar 1975 starb die Dichterin an Magenkrebs.
Quellen/Literatur:
- Gisela Zoch-Westphal: Aus den sechs Leben der Mascha Kaléko. Biographische Skizzen, ein Tagebuch und Briefe mit 62 Fotos und Zeichnungen sowie 19 Dokumenten, Arani Verlag, Berlin 1987.
- Jutta Rosenkranz: Mascha Kaléko, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2024.
