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Die Pädagogin Paula Fürst, geboren am 6. August 1894 in Glogau, lebte ab 1906 mit ihrer Mutter in Berlin. Sie studierte Geschichte und Französisch und lernte an der Uni die Montessori-Pädagogik kennen. Die Idee, die individuelle Entwicklung von Kindern zu priorisieren, gefiel ihr und sie wurde Leiterin der ersten Montessori-Klasse in Wilmersdorf (1926).

Mit der Machtübernahme des NS-Regimes (1933) wurde Montessori als „jüdische Pädagogik“ abgelehnt. Sie passte nicht zu dessen Werten von Uniformität und absolutem Gehorsam. Paula Fürst wurde der Job als Lehrerin gekündigt und sie übernahm die Leitung der privaten Theodor-Herzl-Schule, auf die jüdische Kinder geschickt wurden, um der Ausgrenzung in öffentlichen Schulen zu entkommen. Als 1938 auch die Privatschulen verboten wurden, wurde sie Leiterin der Schulabteilung der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland. Hier lernte sie ihre letzte Lebensgefährtin, die Sozialarbeiterin Hannah Karminski kennen.

Gemeinsam mit ihr organsierte Paula Fürst Fluchtmöglichkeiten für jüdische Kinder per Zug nach London. Über 10.000 Kinder konnten auf diese Weise gerettet werden. Sie selbst kehrte aus Pflichtgefühl gegenüber den zurückgebliebenen jüdischen Kindern nach Deutschland zurück. Im Juni 1942 wurde sie nach Minsk deportiert und vermutlich dort ermordet.

Seit 2015 erinnert ein Stolperstein vor ihrem Wohnhaus am Kaiserdamm an ihren Mut und ihre Geschichte.

Quellen/Literatur:

  1. Manfred Berger: Paula Fürst. Eine in Vergessenheit geratene Montessori-Pädagogin, in: Zeitschrift für Montessori-Pädagogik, 43 (2005), Heft 3, pp. 147ff.
  2. Martin-Heinz Ehlert: Paula Fürst. Aus dem Leben einer jüdischen Pädagogin, Text Verlag, Berlin 2005.
  3. Paula Fürst und die jüdischen Kinder, Zeitclicks, URL: https://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/verfolgung/die-retter/paula-fuerst-und-die-juedischen-kinder.

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