Der Arzt und Pädagoge Siegfried Lehmann wurde am 4. Januar 1892 in Berlin geboren. Nach einigen Zwischenstopps studierte er ab 1913 Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau. Sein Studium führte er in Frankfurt an der Oder und Berlin fort, 1920 promovierte er mit dem Thema „Zur Prognose der geistigen Entwicklung bei kindlicher Epilepsie“. Er setzte sein Studium in Frankfurt an der Oder und Berlin fort und promovierte 1920 mit einer Dissertation mit dem Titel „Zur Prognose der geistigen Entwicklung bei kindlicher Epilepsie“.
Siegfried Lehmann begann sich als Student zunehmend für seine jüdische Identität und die Ideen des Zionismus zu interessieren, besuchte im Sommer 1914 erstmals Palästina. Zwei Jahre später gründete er dann das „Jüdische Volksheim“## im Scheunenviertel, um Jüdinnen und Juden aus Osteuropa bei ihrer Ankunft in Berlin mit sozialen Angeboten zu unterstützen. Hier konnten junge Menschen beispielsweise Grundkenntnisse im Handwerk erlernen.
Aufgrund seines besonderen Engagements für Kinder und Jugendliche bekam der Arzt 1921 vom Jüdischen Nationalrat Litauen das Angebot, ein Kinderheim in Kowno aufzubauen. Hier betreute er auf Grundlage seines sozialpädagogischen Ansatzes und zusammen mit seiner ersten Ehefrau Annie Lehmann, rund 200 jüdische Waisenkinder.
In den 1920er Jahren entschloss er sich für eine pädagogische Weiterbildung und ging schließlich zusammen mit einer Jugendgruppe des Kinderheims und seiner zweiten Ehefrau, der Ärztin Rebecca Klawanska, nach Palästina, um dort den Jugendkibbuz Ben Schemen zu gründen. Hier kamen ab 1932 in Zusammenarbeit mit Recha Freier rund 500 Kinder und Jugendliche aus Europa unter, die vor dem NS-Regime fliehen mussten.
Quellen/Literatur:
- Beate Lehmann: Siegfried Lehmann, Arbeitskreis Jüdische Wohlfahrt, URL: https://akjw.hypotheses.org/949.
- Leo Beack Institute Jerusalem Collection, Das Jüdische Volksheim Berlin. Erster Bericht, Mai Dezember 1916, URL: https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=IE9922525.
- Leo Baeck Institute Jerusalem Collection, Jüdisches Volksheim Berlin. 50th Anniversary 1966–1974, Bl. 43, URL: https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=IE11017317.
