loader image

Der Schriftsteller Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 in Prag geboren. Er prägte die Literatur des 20. Jahrhunderts maßgeblich mit seinen oft absurd, rätselhaft und unheimlich erscheinenden Erzählungen. Dieser Stil wird heute als kafkaesk bezeichnet.

Kafka wuchs in einer Geschäftsfamilie auf, sein Vater besaß ein Kurzwarengeschäft. Er selbst begann nach dem Jurastudium eine Karriere als Beamter und schrieb nur in seiner Freizeit. Inspiriert wurde er hierfür von seinen Besuchen im Theater, Kabarett, Kino, auf Reisen und von seiner Faszination für technische Neuerungen der Zeit.

1912 veröffentlichte Kafka sein erstes Buch und schrieb im selben Jahr “Das Urteil”. Zudem lernte er Felice Bauer kennen, mit der er kurzzeitig verlobt war und deren gescheiterte Beziehung ihn u. a. zu seinem wohl bekanntesten Werk “Der Prozeß” inspirierte. Auch die Erlebnisse des 1. Weltkriegs, zu dem er nicht einberufen wurde, flossen hier ein.

Zwischen 1915 und 1923 veröffentlichte er seine Erzählungen “Die Verwandlung” und “Vor dem Gesetz”, schrieb das autobiografische Werk “Brief an den Vater”, den Roman „Das Schloss“ und die Erzählung „Ein Hungerkünstler“.

Am 24. September 1923 zog Franz Kafka schließlich nach Berlin. Monate davor hatte er sich in Dora Diamant verliebt, eine aufstrebende jüdische Schauspielerin aus Polen, die im Jüdischen Volksheim im Berliner Scheunenviertel arbeitete. Die beiden bezogen zusammen eine Wohnung in Steglitz und studierten an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums (das Gebäude ist das heutige Leo-Baeck-Haus in der Tucholskystraße 9). Zu diesem Zeitpunkt sehr schwer an Tuberkulose erkrankt, konnte Kafka nur an guten Tagen die Wohnung verlassen. Trotzdem besuchte er Kurse zur hebräischen Sprache und jüdischen Geschichte.

Am 3. Juni 1924 starb Franz Kafka. Er verfügte in seinem Testament, dass alle seine Schriften vernichtet werden sollten, sein Freund Max Brod veröffentlichte seine Werke aber weiterhin. Während der NS-Zeit wurden seine Bücher verbrannt und seine drei Schwestern in Konzentrationslagern ermordet.

Quellen/Literatur:

  1. Kathi Diamant: Kafkas letzte Liebe, Onomato Verlag, Düsseldorf 2013.
  2. Franz Kafka: Briefe. 1902–1924, S. Fischer Verlag, Berlin 1966.

Wir verwenden Cookies, um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern.

Sie können Ihre Einstellungen hier verwalten.