Die Spandauer Vorstadt und das Scheunenviertel waren vor der Diktatur der Nationalsozialisten ein blühendes Zentrum jüdischen Lebens mitten in Berlin. Erkunde die Karte auf eigene Faust und entdecke einige der vielen jüdischen Einrichtungen und Menschen, die das Viertel geprägt haben. Oder folge einem der vier thematischen Rundgänge – inspiriert von realen historischen Persönlichkeiten, die hier gelebt und gewirkt haben.
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Hugo Bernhardt und das Scheunenviertelpogrom vom 1923

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Bereits zehn Jahre vor der NS-Diktatur kam es am 5. November 1923 zu einem Pogrom im Berliner Scheunenviertel. Berlin befand sich mitten in einer Inflationskrise und als Hilfszahlungen ausfielen, wurden osteuropäische Jüdinnen und Juden zu Sündenböcken: Es kam zu Angriffen auf sie, ihre Geschäfte und Wohnungen. Während die Polizei lange untätig blieb, versuchten jüdische ehemalige Soldaten, Schlimmeres zu verhindern. Bei diesem Rundgang erfahren Sie durch den jüdischen Kriegsveteranen Hugo Bernhardt mehr über die Hintergründe des Pogroms und die heldenhafte Verteidigungsaktion.
Synagogen, Betstuben und Hochschulen: jüdische Religion in der Spandauer Vorstadt mit Regina Jonas

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Seit dem 19. Jahrhundert wandelte sich das Judentum in Deutschland: Der Kampf um Gleichberechtigung der Jüdinnen und Juden warf Fragen nach Tradition, Anpassung, jüdischer Wissenschaft und der Rolle von Frauen im Judentem auf, während neue jüdische Migrant:innen aus Ost- und Mitteleuropa ihre eigenen religiöse Praktiken einbrachten. In diesem Rundgang zeigt uns Regina Jonas, die erste ordinierte Rabbinerin weltweit, die religiöse Vielfalt der Spandauer Vorstadt und des Scheunenviertels und wie diese Fragen hier verhandelt wurden.
Alltag und Kultur im Scheunenviertel mit Alexander Granach

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Vor 100 Jahren war das Scheunenviertel mit seinen vielen Geschichten in aller Munde – ein Arbeiter:innenviertel mit starker migrantischer, vor allem osteuropäisch-jüdischer Kultur. Jiddische Ladenschilder geschrieben mit hebräischen Buchstaben waren überall. Doch wie sah der Alltag für die Menschen hier aus? Dieser Rundgang erzählt vom Leben im Viertel aus der Perspektive des Schauspielers Alexander Granach. Er berichtet von Geschäften, Theatern und Treffpunkten, an denen deutsche und osteuropäische Jüdinnen und Juden zusammenkamen.
Mascha Kalékos Anfang in Berlin

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Mascha Kaléko verewigte in ihren Gedichten wie kaum eine andere die heiter-melancholische Stimmung des Berlins der 1920er Jahre. Weniger bekannt ist, dass sie ihre ersten Berliner Jahre im Scheunenviertel verbrachte. Sie kam als Kind mit ihrer Familie, die wie viele andere Jüdinnen und Juden aus Ost- und Mitteleuropa vor dem Ersten Weltkrieg flohen. Sie besuchte hier die jüdische Mädchenschule und arbeitete später in Wohlfahrtseinrichtungen in der Gegend. Dieser Rundgang zeigt Orte und Menschen, die diese Phase ihres Lebens prägten.
